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Autor Thema: Amulett  (Gelesen 6670 mal)

Hexe Lilly

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Amulett
« am: 07. September 2012, 22:34:55 »
Amulett

Magischer Gegenstand, den eine Person direkt am Körper oder mit sich trug, um eine Bedrohung durch Hexerei abzuwehren oder anderweitig Nutzen aus seinen übernatürlichen Eigenschaften zu ziehen. Zu den beliebtesten neuzeitlichen Amuletten gehören Achate und andere Edelsteine, denen man verschiedene Eigenschaften wie die Erhaltung der Gesundheit zuschreibt. Zu den Amuletten, die die Menschen über Jahrhunderte hinweg wegen ihrer Wirksamkeit bei der Abwehr von Hexerei und anderem Bösen schätzten, gehörten neben einer Unmenge anderer Objekte kleine Hufeisen, Zähne, Stücke vom Holz der Eberesche, Gegenstände aus Eisen, Stücke von roter Schnur, Kreuze und Armreifen mit Zauberformeln.
Manche Amulette waren alltägliche, für jedermann erhältliche Gegenstände, andere jedoch waren schon merkwürdiger: Erde von einem frischen Grab, die als hochwirksam gegen Tuberkulose galt, oder von den Kämmen dreier Wellen geschöpftes Wasser. Noch andere, wie etwa die Glückssteine oder Glücksmünzen, waren aussergewöhnlich und wurden wegen ihrer schützenden Eigenschaften im ganzen Land berühmt. In bestimmten Familien gab man sie über Jahrhunderte hinweg von Generation zu Generation weiter - und verlieh sie manchmal auch gegen ein Entgelt an andere Menschen, die in Not waren. Unter diesen zuletzt genannten Amuletten war auch das Hemd der frommen, aus Ungarn gebürtigen Gemahlin des schottischen Königs Malcolm III., Königin Margareta, die 1093 starb. Dieses Hemd, das die Jahre hindurch sorgfältig erhalten wurde, galt als mächtiger Schutz gegen Behextheit und wurde 1452 für den zukünftigen König Jakob III. von Schottland, der damals noch ein Säugling war, und 1512 wieder für Jakob V. als Wickeltuch benutzt.
Das Tragen von Amuletten wurde damals sehr in denjenigen Ländern empfohlen, in denen das einfache Volk in der täglichen Angst umherging, Opfer des Bösen Blicks zu werden. In ihrer Furcht vor Hexerei trugen die Menschen einst Amulette aus kleinen Papierstücken bei sich, die mit frommen Worten wie dem Vaterunser, dem Ave Maria oder dem Johannes-Evangelium beschrieben waren, da man weithin glaubte, sie hielten das Böse fern. Andere legten ein Stück Papier in ihren Schuh, auf das das Vaterunser geschrieben war. Obgleich von dem katholischen Gottesgelehrten Thomas von Aquino gebilligt, fanden solche Praktiken in protestantischen Ländern niemals Anklang.
Amulette - oder richtiger „Talismane”, da sie magische Kräfte wirken lassen und nicht einfach nur das Böse abwenden sollten - wurden auch bei der weissen Magie zu Heilzwecken benutzt. Zu ihnen gehörten seit jeher prähistorische Pfeilspitzen aus Feuerstein und mit einem Loch versehene Steine, die man auch ins Schlafzimmer oder in den Kuhstall gelegt haben mag, um feindselige Geister abzuwehren.

         


 

Es gibt mehr als eine Wirklichkeit,
aber man sollte die Wirklichkeiten
nicht miteinander vermischen.


Dion Fortune