collapse

* Menü

* Wer ist online?

  • Punkt Gäste: 1
  • Punkt Versteckte: 0
  • Punkt Mitglieder: 0

Es sind keine Mitglieder online.

Autor Thema: Eibe  (Gelesen 6158 mal)

Hexe Lilly

  • Neuling
  • *
  • Thank You
  • -Given: 0
  • -Receive: 0
  • Beiträge: 47
  • Eine Hexe ist eine Frau, die Macht hat.
Eibe
« am: 07. September 2012, 16:54:17 »
Eibe

Immergrünes Gewächs, das lange Zeit mit dem Leben nach dem Tod und deshalb auch mit dem Übernatürlichen im allgemeinen assoziiert wurde. Oftmals auf Friedhöfe gepflanzt, galt die Eibe mit ihren giftigen Nadeln und ihrem dichten Holz als Schutz vor Hexenzauber und vor Geistern. Aus diesem Grund liess man die Eibe oftmals nah am Haus wachsen. Manche Quellen behaupteten sogar, dass viele Kirchen ursprünglich an Stellen errichtet worden seien, in deren Nähe zum Zeitpunkt des Baues bereits eine Eibe gestanden habe. Dementsprechend galt es als unheilbringend, eine Eibe abzuholzen. Auch das Aufstellen von Eibenzweigen im Haus sollte Unglück bringen, denn mit ihnen konnten angeblich böse Geister in das Gebäude gelangen. Das Holz der Eibe wurde einst zum Herstellen von Wünschelruten und Zauberstäben bevorzugt; die Verwendung dieses Materials auch für Waffen stärkte allerdings den Ruf des Gewächses, ein unheilvoller Baum zu sein.
Junge Mädchen, die Hexen bezüglich ihres zukünftigen Partners befragten, erhielten meist den Rat, einen Eibenzweig unter ihr Kopfkissen zu legen. Den Zweig mussten sie allerdings selbst auf einem Friedhof gebrochen haben, den sie noch nie zuvor gesehen hatten.

         
Eibe
         

Deutsche Namen auch Bogenbaum, Eibenbaum, Eve, Giebaum, Gijenbaum, Ibe, Ibenbaum, Ifenbaum,  Rotalber, Roteibe, Taxe.

Die in Europa, im Orient und in Nordafrika heimische Eibe ist ein immergrüner Strauch oder Baum, der besonders in Nordwesteuropa als Friedhofsbaum gepflanzt wird.

Dieser zweihäusige Baum, der an den von August bis Oktober reifenden scharlachroten Früchten leicht erkennbar ist, soll bis über 3000 Jahre alt werden und ihr Stamm über sechs Meter Umfang bei fünfzehn Metern Höhe erreichen. Die Früchte haben einen sehr süßen, ungiftigen Samenmantel, dagegen sind Nadeln und der Samen selbst durch das in ihnen enthaltene Alkaloid Taxin äußerst giftig .

Die Eibe ist eine in Deutschland recht seltene und darum geschützte Pflanze, die meist nur als vereinzeltes Unterholz oder Einzelbaum in der Natur erhalten, allerdings recht häufig in Anlagen gepflanzt ist. Früher dagegen soll die Eibe ein bestimmender Waldbaum gewesen sein, der den germanischen Wäldern ihre Düsternis bescherte, welche nebst Kühle und Nebel die lichtverwöhnten Römer besonders beeindruckte.

Das harte, elastische, dauerhafte und harzfreie Holz wurde schon in vorgeschichtlicher Zeit für Gebrauchsgegenstände und Waffen (Bogen, vgl. „Bogenbaum”) benutzt. Der nach Norden vordringende Cäsar sah in ihnen den Reichtum Germaniens und so wundert nicht, daß die sehr langsamwüchsige Eibe im Bestand stark zurückging.
 
Die vielleicht gerade wegen des Kontrastes von dunkelgrünen Nadeln und lebhaft roten Früchten oft düster wirkende Baum ist ein Symbol für Tod und Wiedergeburt. Dieses steht der Eibe wohl an, denn in ihr trifft der Tod in Form der giftigen Samen auf das dauernde Leben der immergrünen Nadeln, hinzu kommt ihr enormes Lebensalter von mehreren Jahrtausenden.

Germanische Gottheiten der Eibe sind Ull oder die Riesin Bestla. Die Eibe stand für die „Todesrune” Eihwaz, sie soll Krankheit und Unheil abwehren.

Dem Eibenholz wird die Eigenschaft zugebilligt, böse Dämonen zu vertreiben. Man trug ein Amulett aus Eibenholz, denn „vor Eiben kann kein Zauber bleiben” . In der Zauberei schätzt man auch die Kraft der Eibe zum Bannen der Toten, dazu paßt, daß ihre Kraft Gelenke und Knochen schütze.

Volksmedizinisch wurden die früher als Summitates Taxi offizinellen Eibenblätter als Abführmittel, bei Husten und Lungenkartarrh sowie bei Rheuma, Gicht, Leber-, Herz- und Blasenleiden eingesetzt. Vor Experimenten dieser Art ist wegen der erheblichen Giftigkeit abzuraten! Der römische Eroberer Julius Cäsar berichtet aus Gallien, der König der keltischen Eburonen, Cativulcus, habe sich durch den „Geist der Eibe” das Leben genommen.
 

 

Es gibt mehr als eine Wirklichkeit,
aber man sollte die Wirklichkeiten
nicht miteinander vermischen.


Dion Fortune